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Jajaja. Ich hätte es wissen müssen. War auch so. Ich habe es gewusst. Und es doch nicht verhindert. Nicht verhindern können. Wie denn wohl? Der Kampf mit dem Netzwerk der Straßenverkehrsvorschriften endet für das Individuum regelmäßig unerfreulich. Da bin ich gewiss keine Ausnahme. Das Resultat: Nun ist er also weg. Der Lappen. Die Fleppe. Der Fahrausweis. Das Billet. Mein Führerschein.
Natürlich war ich stolz auf ihn gewesen. Der Eintrag mit den geeigneten Augengläsern machte mich allenfalls lachen. Ohne diese hätte ich den Satz sowieso kaum entziffern können. Er war mittlerweile ohnehin nur noch zu erahnen. Nach 27 Dienstjahren in unterschiedlichen Behältnissen kein Wunder. Und nun also: weg. Der Satz wie der Führerschein. Das war schon ein besonderer Moment, als am 30. Mai 1978 nach geglücktem Rückwärts-nach links-mit Bordsteinkante-Einparken der Prüfer so schwungvoll wie unleserlich unterschrieb! Ein bisschen hatte es mich auch jedes Mal amüsiert, wenn es beim Automieten ans Raten ging, wie die hingekritzelte Registrierungsnummer nun lauten mochte.
Der große Graue war mein treuer Begleiter — auf weit über einer halben Million Straßenkilometern. Die Fahrzeuge wechselten, der Lappen blieb mir erhalten. Zwei Auffahrunfälle, einer von mir verschuldet, ein paar Beulen — auch vorwärts auszuparken kann zum Slapstick werden, wenn man vergisst, dass vor dem Auto ein unter Motorhaubenhöhe abgesägter Baumstamm wurzelt.
Verschwindend gering ist die Aussicht, jemals wieder stolzfunkelnden Auges mit dem vermutlich letzten erhaltenen Foto angeben zu können, das mich als 18-Jährige zeigt: Kurz geratener Prinz-Eisenherz-Rundschnitt, muffliger Gesichtsausdruck und, je nun, geeignete Augengläser. Kann das denn warstein? Aber licher doch. Unfassbier! Nein. Dies ist keine Apologie in Sachen Alkoholabusus, sei er mit oder ohne ordnungswidrige Komplikationen. Ein Führerschein kann auch bei überaus korrektem Verhalten eingezogen werden. Manchmal sogar gerade dann. Die legendäre helvetische Ordnungsliebe ist schlicht nicht willens, ausgerechnet für mich eine Ausnahme zu machen.
Deshalb nun also: Finish für den Lappen. Aus mit dem Grauen. Wer in der Schweiz seinen Wohnsitz nimmt und sich nicht mit dem Steuern des — natürlich versicherungsplaketttierten — Velos begnügen mag, muss den Fahrausweis umschreiben lassen, auf ein grausliches Plastikteil. Das Foto ist nichts zum Angeben. Klar, mit Brille. Wieder ein Kurzhaarschnitt. Diesmal lächle ich sogar. Naja. Fast.
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